Jeder von uns weiß: Gewinner und Verlierer hat es in der Wirtschaftswelt immer schon gegeben. Viele Verlierer waren es in der Vergangenheit. Viel zu viele sind es in der Gegenwart. Oft waren es die großen, lauten und skrupellosen Unternehmen, die riesige Gewinne eingefahren haben, während die kleinen, leisen und ehrlichen Anbieter mit Almosen auskommen mussten.

Doch damit ist Schluss: Eine neue Wirtschaftsethik ist erwacht. Kunden kaufen anders ein. Kunden wollen heute Kundenbeziehungen auf Augenhöhe, sie kaufen echte Bedürfnisbefriedigung statt Werbeversprechen und suchen sich ihre Anbieter immer bewusster aus. Welche Haltung zum Thema Marketing Ihren Kundenzulauf positiv beeinflussen kann, davon handelt dieser Artikel.

Als wir 2006 anfingen, empathische Verkaufstrainings, ganzheitliche Unternehmensberatungen und ethische Kundengewinnungsstrategien zu vermitteln, fühlten wir uns, wie lila Kühe auf der Alm.
Wir kommen beide aus dem Vertrieb und der Kundenbetreuung. Verkauf und Marketing lieben wir genauso wie die gute Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Menschen respektvoll, wertschätzend und ehrlich für sich zu gewinnen, bereichernde Beziehungen herzustellen, einen Mehrwert für alle zu schaffen – all das ist immer schon die Basis unserer Arbeit gewesen.

Gleichzeitig haben wir die Vorbehalte von Marketingmuffeln und Akquisehassern stets ernst genommen und uns immer wieder gefragt: Marketing? Wird Marketing überhaupt noch gebraucht? Kann Marketing überhaupt ethisch sein? …

Marketing neutral betrachtet
»Verkauf und Marketing sind notwendig, um die eigenen Produkte und Dienstleistungen an den Mann und die Frau zu bringen. Ohne diese Aktivitäten gibt es keinen oder wenig Umsatz. Es ist also keine Frage des »ob«, sondern nur des »wie«.
Weise Worte, die uns aus der Seele sprechen. Allerdings sind sie nicht von uns. Wir haben sie im »Handbuch der Gemeinwohl-Ökonomie« gefunden. Dort können Sie sie unter der Rubrik »D1 Ethische Kundenbeziehungen« nachlesen. Ferner steht dort noch: »Insbesondere sinnvolle/nachhaltige Produkte und Dienstleistungen sollen möglichst häufig verkauft werden […].«
So sehen wir das auch. Unser Thema ist somit eigentlich nicht Marketing, sondern der bewusste Schritt zurück zu gesunden Geschäftsbeziehungen und einer wertschätzenden Zusammenarbeit.

Auf das »wie« kommt es an!
Durch die bewusste Auseinandersetzung mit der Gemeinwohl-Ökonomie und anderen alternativen Wirtschaftsentwicklungen fühlen wir uns in unserem Kurs nicht nur bestärkt, sondern regelrecht beflügelt. Bei der GWÖ lasen wir: Laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung wünschen sich 88 Prozent der Deutschen und 90 Prozent der Österreicher eine »neue Wirtschaftsordnung.« Stellen Sie sich das mal vor, was das heißt.

OUT: Manipulatives Marketing
Wenn Sie Marketing bisher abgelehnt haben, weil Sie es mit manipulativem Verhalten gleichgesetzt haben, dann können Sie sich freuen. Die Zeiten, in denen Kunden sich durch permanente Kaufanreize überreden ließen, sind vorbei.
Viele Unternehmen, die Kunden lediglich als »Melkkühe« ansahen und Marketing nur zur persönlichen »Gewinnmaximierung« betrieben, sind bereits vom Markt verschwunden.

IN: Integres Marketing
Für viele ist es kaum zu glauben: Die Digitalisierung, junge Lichtgestalten, ethische Start-ups und gemeinwohlorientierte Anbieter haben die Businesswelt längst auf den Kopf gestellt. Sie haben Marketing und Kundenbeziehungen grundlegend verändert.
Marketing gelingt  heute nach den gleichen Prinzipien, die menschliche Beziehungen gelingen lassen: Es beruht auf Vertrauen, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität und Teilen. Das »Wir« gewinnt.

In dem Moment, in dem wir verstehen, dass es viel weniger darum geht, wie wir Kunden für uns gewinnen – ob, über das Internet, Netzwerke, Presseartikel, Bücher, Empfehlungen o. Ä. –, ändert sich unsere Welt. In dem Moment, in dem wir verinnerlichen, dass es beim »Verkaufen« nicht ums Verkaufen geht, sondern um den Aufbau bereichernder Kundenbeziehungen, verändert das unser gesamtes Verhalten. Erst wenn wir Frieden mit den Themen Marketing und Kundengewinnung geschlossen haben, können wir ganz natürlich Kunden für uns gewinnen. Erst wenn wir eine Wohlfühlhaltung zu dem Thema gefunden haben, werden wir es in unseren Alltag einbeziehen.

Die Gewinner von Morgen
Das ist die gute Nachricht: Gerade Selbstständige, kleine und inhabergeführte Unternehmen haben heute die Möglichkeit zu den Gewinner zu gehören, das Internet macht es möglich. Social Web, Kooperationen mit Kollegen und Kundenreputationen machen es leicht. Ein starkes Win-win-win-Netz aus Kooperationspartnern und Kunden bereichert so alle Beteiligten.

Die nicht ganz so gute Nachricht ist: Unternehmerische Erfolge lassen sich auf Dauer nicht mehr durch die gleichen Marketingmaßnahmen erzielen wie in der Vergangenheit. Viele müssen neu denken lernen. Ganzheitliche Unternehmensstrategien für eine neue Businesswelt sind gefragt. Die Grundlage für Wertschöpfung heißt heute Wertschätzung.

Lesen Sie zur Vertiefung auch unseren Artikel: Sog-Marketing statt Druck

Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen und Anregungen zum Thema:

  • Was verstehen Sie unter integrem Marketing?
  • Wie hat sich Ihr eigenes Kaufverhalten verändert?
  • Welche Art der Kundengewinnung gefällt Ihnen?

Bildrechte Beitragsbild:
Grafik 81225777©Raman_Khilchyshyn-Fotolia.com

 

2 Kommentare
  1. Gidon
    Gidon sagte:

    Hallo Christoph, ich danke Dir für Deinen Artikel, der mir aus der Seele spricht. Ich habe in meinem eigenen Artikel den Begriff „Neues Marketing“ benutzt und meine damit glaube ich fast genau dasselbe, wie Du. Ich bin Texter, habe ein Redaktionsbüro und will Menschen in meinem Coaching den „wertschätzenden Weg“ zeigen, Marketing-Texte zu schreiben. Ich glaube, dass wir mit Verbundenheit und Liebe im Marketing mehr erreichen, als wir uns heute vorstellen können. Denn die ganze Kommunikation ist doch von Unternehmen geprägt heute. Stellen wir uns nur einmal vor, was es bedeuten könnte, wenn Firmen umschalten auf ein Marketing, das FÜR den Kunden gemacht ist. Das eine tiefe Verbindung herstellt, weil es den Empfänger bereichert. Das geht vielleicht nur in Unternehmen, deren Werte damit vereinbar sind. Ein Zigarettenhersteller (vielleicht bin ich hier Parteiisch als Nichtraucher) wäre schon stark gefordert, Menschen wirklich zu bereichern mit dem, was er so veröffentlicht. Vielleicht sehe ich das aber auch zu sehr von einer Seite. Ich fände es toll, wenn wir uns mal am Telefon über neues Marketing unterhalten könnten. Melde Dich gern bei mir per E-Mail.

    Viele Grüße, Gidon

    Antworten
    • Astrid-Beate Oberdorf
      Astrid-Beate Oberdorf sagte:

      Hallo Gidon,

      danke für Deine Zeilen. Ich freue mich immer, dass das Bewusstsein für Werte, Wertschätzung und wahrhaftige Kommunikation steigt. Dir wünsche ich viele Kunden, die wertschätzen, was Du über neues Marketing bewirken kannst.

      Antworten

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